Holotropes Atmen

Was ist

Holotropes Atmen?

Das Holotrope Atmen (Holotropic Breathwork/ heute Grof® Breathwork) wurde in den 1970er-Jahren von dem Psychiater Stanislav Grof und seiner verstorbenen Frau Christina entwickelt.

Ausgangspunkt war seine jahrzehntelange Pionierarbeit mit psychedelisch unterstützter Psychotherapie. Das Ergebnis ist eine Möglichkeit, ohne Substanzen erweiterte Bewusstseinszustände zu erfahren.

Der Begriff holotrop stammt aus dem Griechischen und bedeutet “eine Bewegung zur Ganzheit hin”. Im Kontext des Holotropen Atmens beschreibt es den seelischen Vorgang der Ganzwerdung. 

Holotropes Atmen ist eine intensive Form der Psychotherapie, die die Psychotherapie selbst an ihre Grenzen bringt. Sie verbindet therapeutische Kompetenz mit spirituellen und archaischen Techniken, wie sie seit Jahrtausenden zur Heilung und Initiation genutzt werden. 

Das Zentrale an dieser Arbeit ist das Vertrauen, der inneren Heilinstanz die Führung zu überlassen. 


Die Methode

Holotropes Atmen basiert auf einer bewährten Kombination von Elementen:

  • Intensivierte, vertiefte Atmung, die den Zugang zu erweiterten Bewusstseinszuständen ermöglicht

  • Evokative Musik, die den inneren Prozess unterstützt und vertieft

  • Körperarbeit, die emotionale und energetische Blockaden lösen kann

  • Kreativer Ausdruck des Atemprozesses durch Malen 

  • Sharing, Integration im Gespräch, um die gemachten Erfahrungen tiefer zu begreifen und mit dem eigenen Leben zu verbinden


Der Atemprozess findet in einem geschützten Rahmen statt, in dem Vertrauen, Achtsamkeit und professionelle Begleitung eine zentrale Rolle spielen.

Erfahrungen und Wirkungen

Im Holotropen Atmen geht es um die Heilung unserer Wunden. Der Prozess folgt der eigenen inneren Heilungsintelligenz. Diese führt uns unweigerlich zu tiefliegenden menschlichen Strukturen, die durch Gespräche allein nicht zugänglich sind. Das schließt die Auseinandersetzung mit unbewussten und schwierigen inneren Themen ein, die zu seelischer Reifung und Wachstum, jenseits der gut kontrollierten Oberfläche führen können. Auf diese Weise eröffnet das Holotrope Atmen eine umfassende Sicht auf die menschliche Psyche mit ihren Dynamiken und bietet einen erweiterten Raum, um damit zu arbeiten.

Jede holotrope Erfahrung enthält mehrere Ebenen, die untrennbar ineinander übergehen.

Die Ebenen sind:

  • Biografisch: Prägende Erinnerungen, innere Bilder und Gefühle aus der Kindheit, tiefsitzende Muster, Blockaden und Traumata

  • Perinatal: die intensive Begegnung mit der menschlichen Existenz zwischen Geburt und Tod  

  • Transpersonal: Kollektive, archetypische, mythologische Erfahrungen und das Spirituelle

Das große Potenzial des Holotropen Atmens liegt darin, tiefsitzende Verletzungen zu transformieren, alte Muster loszulassen und verborgene Ressourcen zu aktivieren. 

Wer durch diese Prozesse geht, kann zu mehr innerer Freiheit kommen, zu gesteigerter Lebenskraft und Lebensfreude. So kann ein umfassenderes Verständnis für sich selbst, das eigene Leben und das Leben als solches entstehen.


Holotropes Atmen richtet sich an Menschen:

  • die den Mut haben sich selbst in ihrer Tiefe zu begegnen

  • die sich mit Neugierde auf das eigene Wachstum einlassen wollen

  • die in Zeiten von Veränderung und Neuorientierung stehen

  • die ihre inneren Prozesse vertiefen möchten 

  • die die spirituelle Dimensionen des Seins erforschen möchten

  • die damit professionell therapeutisch arbeiten wollen

  • die bereits therapeutisch oder im sozialen Feld arbeiten und eine neue Perspektive auf ihre Arbeit kennenlernen wollen

Ablauf einer Atemsession

Ein Atemprozess dauert in der Regel drei bis fünf Stunden und findet in der Gruppe statt. Die Teilnehmenden arbeiten paarweise: Während eine Person holotrop atmet, wird sie von einer anderen begleitet. In der darauffolgenden Sitzung werden die Rollen getauscht.

Jeder Prozess beginnt mit einer Entspannung, an die sich eine intensive Atemerfahrung anschließt. Diese wird von evokativer Musik begleitet und wenn nötig von Körperarbeit unterstützt.

Als erste Integration direkt nach der Atemerfahrung steht das intuitive Malen. Nach einer Pause oder am nächsten Tag dient ein gemeinsames Sharing zur Integration der Erfahrung ins eigene Leben.

Kontraindikationen

Die Ausbildung im Holotropes Atmen erfordert eine gute körperliche und psychische Belastbarkeit. Sie ist nicht geeignet bei:

  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Epilepsie

  • schwerem Asthma

  • akutem Glaukom

  • bestimmten psychiatrischen Erkrankungen

  • Schwangerschaft (kann eine Kontraindikation für das Holotrope Atmen sein, nicht aber für die Ausbildung)

Bei bestehenden gesundheitlichen Fragen empfiehlt sich eine vorherige Rücksprache. Die Teilnahme erfolgt in eigener Verantwortung.